„It’s a bop“ – Taylor Swifts neues Album The Life of a Showgirl (2025)

„It’s a bop“ – so lässt sich das neue Album von Taylor Swift am ehesten zusammenfassen. Seit Anfang Oktober tanzt das halbe Internet und sicherlich auch viele Menschen in der offline-Welt zu den äußerst eingängigen Songs auf The Life of a Showgirl. Mitverantwortlich für die Ohrwurmqualität der zwölf Songs ist die erneute Zusammenarbeit mit den schwedischen Produzenten Max Martin und Shellback, die schon an Taylor Swifts karriereprägenden Hits Shake it off und Blanck Space beteiligt waren. Auch wenn The Life of a Showgirl produzentenbedingt an 1989 (2014) erinnert, so unterscheiden sich die Alben insbesondere auf Textebene recht maßgeblich voneinander. Swift hat sich besonders seit dem Album folklore (2020) eine sehr immersive, Metaphern-geladene Art des Storytellings erarbeitet, das seither charakteristisch für ihr Songwriting ist. Dieses zieht sich auch durch The Life of a Showgirl, zum Beispiel wenn sie im Song Eldest Daughter auf Vulnerabilität im Umgang miteinander pocht und in der Bridge modernitätskritisch reflektiert: „We lie back / A beautiful, beautiful time-lapse / Ferris wheels, kisses, and lilacs / And things I said were dumb / ’Cause I thought that I’d never find that beautiful, beautiful life that / Shimmers that innocent light back / Like when we were young.“ Auch knüpft Swift wie schon in früheren Songs an Shakespeares Dramen an, wenn sie sich im ersten Song des Albums vom tödlich endenden Schicksal Ophelias in Hamlet befreit („You dug me out of my grave and saved my heart from the fate of Ophelia”).

Swift schrieb und produzierte das Album während ihrer zweijährigen Eras Tour (2023–2024)und verarbeitet darin – wie der Titel schon andeutet – das Leben eines Showgirls. Mit den Hintergründen des Showbusiness beschäftigt sie sich insbesondere im Godfather-esken Song Father Figure („I can make a deals with the devil because my dick’s bigger“); Actually Romantic begegnet in der Branche anzutreffender Missgunst mit zynisch-ironischer Umkehrung („And I know you think it comes off vicious / But it’s precious, adorable“); CANCELLED! handelt von einem nicht aufzuhaltenden Cancel-Sturm, mit dem Swift bekanntlich selbst umfangreich karrieregefährdende Erfahrungen gemacht hat („Good thing I like my friends cancelled“);Der abschließende Title Track The Life of a Showgirl (feat. Sabrina Carpenter) schließlich reflektiert und kritisiert den Karriereverlauf vieler Frauen in der Showindustrie („the more you play the more that you pay“) und den Strategien, mit denen geschlechtsspezifischen Schwierigkeiten begegnet werden kann. Am Ende des Albums verabschiedet sich Swift wie schon auf der Eras Tour vom Publikum und bedankt sich bei ihren Mitkünstler:innen.

Die anderen Lieder des Albums hingegen widmen sich dem Thema, das Swift besonders gut beherrscht: Liebesbeziehungen. Im Gegensatz zu ihrem düsteren, fast schon depressiven und selbstzerstörerischen letzten Album The Tortured Poets Department (2024) findet Swift in diesen Liebessongs wieder zu optimistischer Größe zurück. Opalite, Ruin The Friendship, Wi$h Li$t und Honey sprühen und glitzern gerade nur so von Freude und Zuversicht – beides Emotionen, von denen man in der heutigen Zeit sicherlich nicht genug bekommen kann.