„Liebe Jorinde“ – Mareike Fallwickl über einen neuen Feminismus des Miteinanders

Dieses Buch ist ohne Zweifel eines der wichtigsten gesellschaftspolitischen, sozialpolitischen und feministischen Werke, das ich in letzter Zeit gelesen – und gehört – habe. Liebe Jorinde von Mareike Fallwickl – ein Brief, ein Aufruf, ein Manifest für einen Feminismus des Miteinanders.

Erschienen im Kjona Verlag, einem kleinen, feinen und unabhängigen Verlag, der wunderbar kluge Bücher mit Gedanken für eine gute Zukunft veröffentlicht – und das merkt man hier ganz besonders. Liebe Jorinde ist ein schmales, aber kraftvolles Bändchen, das ich zuerst als Hörbuch verschlungen habe – und mir anschließend sofort in Buchform gekauft habe, weil so viele Gedanken darin stecken, die ich immer wieder nachlesen und nachspüren möchte.

Wie uns patriarchalen Strukturen alle prägen – Männer wie Frauen

In einem sehr persönlichen Brief an ihre Freundin erklärt Mareike Fallwickl, warum wir einen neuen Feminismus brauchen: einen, der nicht trennt, sondern verbindet. Einen Feminismus, der Miteinander denkt – und nicht nur gegen etwas kämpft. Denn ja, Männer haben in unserer Gesellschaft eine Vormachtstellung – doch sie haben sich diese nicht ausgesucht. Sie sind wie auch wir Frauen in patriarchale Strukturen hineingeboren worden. Dieses Verständnis zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch.

Fallwickl macht eindrucksvoll deutlich: Feminismus ist kein Angriff auf Männer, sondern ein Aufruf zur gemeinsamen Veränderung. Denn Männer kommen nicht auf die Welt und wollen Frauen dominieren oder unterdrücken – sie werden durch gesellschaftliche Strukturen und Erziehung dazu gemacht. Und es reicht nicht, wenn zwei Generationen von Frauen ihre Söhne feministisch erziehen. Es braucht mehr – strukturelle, tiefgreifende Veränderung.

Liebe Jorinde sollte zur Pflichtlektüre in den Schulen gehören

Ein Bändchen, das ich nun als eines der wichtigsten Sachbücher in meinem Bücherregal stehen habe – und an jeder Stelle empfehlen möchte. Auch – und gerade – für Männer.
Feminismus ist nichts, was ausschließt. Er bringt Vorteile – für alle. Für die Gesellschaft. Und ganz konkret auch für Männer.

© Tanja Gernet

Auf einen Blick

Mareike Fallwickl: Liebe Jorinde oder Warum wir einen neuen Feminismus des Miteinanders brauchen
Kjona Verlag 2025 | 80 Seiten | ISBN : 978-3-910372-42-9
20 Euro


Hinweis:
Dieses Buch habe ich selbst gekauft. Es handelt sich um keine Kooperation oder bezahlte Werbung.