Magritte & Georgette machen Ferien

Welches Land hat schon eine Straßenbahn, die mehr oder weniger einmal komplett an der Landesgrenze in Form der gesamten Küste lang fährt? Genau – Belgien. Dieses kleine – aber doch so große Land zwischen den Niederlanden, Luxemburg, Deutschland, Frankreich und wenn man es weiter fasst, auch England. Dieses Land ist nicht nur das Zentrum der EU, sondern auch im Kunstbereich kein weißer Fleck auf der Landkarte. Neben Bruegel, Rubens, Hergé, Peyo fällt einem auch schnell Magritte ein. Magritte, der Surrealist. Magritte, der Detektiv?

In ihrem soeben auf Deutsch im Eisele Verlag erschienenen Buch „Magritte & Georgette machen Ferien“ schafft es die Autorin Nadine Monfils uns Belgien näher zu bringen. Auch wenn ich zugeben muss, dass ich aufgrund belgischer Vorfahren, diesem Land gegenüber von Haus aus schon sehr aufgeschlossen bin, habe ich während der Lektüre Belgien spüren, riechen und sehen können. Der Strand, die Orte, die Menschen und auch die besagte Straßenbahn – sie alle waren zum Greifen nah. Und natürlich die beiden Hauptcharaktere des Buches: der Maler Magritte und seine Frau Georgette. In einer geschickten Vermischung von Hintergründen aus seinem Künstlerleben und einer fiktiven Kriminalgeschichte, bekommt Magritte ein Gesicht. Ganz im Gegenteil zu einigen seiner Personen in seinen echten Kunstwerken. Zusammen mit seiner Frau frönen sie der privaten Aufklärungsarbeit von Kriminalfällen. So auch im Urlaub. Kurz am Meer angekommen, entdeckt ihr Hund eine Leiche am Strand. Das Spiel beginnt. Ohne Unterlass gehen die beiden Hinweisen zur Aufklärung des Falles nach, philosophieren, lamentieren und diskutieren. Das Buch wird vor allem durch diese Dialoge zwischen den beiden getragen und bestimmt. Während Georgette sich als die deutlich sozialere und zugänglichere der beiden erweist, ist Magritte eher der mürrische Künstler, der seine Ruhe haben möchte. Zu Fuß oder mit der Tram, sie recherchieren an allen Orten und schaffen sich mit ihrer Raffinesse mühelos Zugang zu allen Geheimnissen. Manchmal erscheint es fast schon als zu einfach, und die anderen Figuren im Buch sind dabei recht einfach gezeichnet. Das tut der Handlung aber keinen Abbruch.

Ob sie den Todesfall klären? Oder gar mehrere? 



Auch wenn es mir persönlich an manchen Stellen etwas zu viele Dialoge zwischen den beiden sind – das Buch liest sich gut. Jetzt, wo der Sommer da ist, macht es Lust, sich an den Strand zu legen, ein paar gute belgische Pommes zu kaufen und sich dazu eines der im Buch erwähnten lokalen Biere zu gönnen. Das Buch als Urlaubslektüre passt wunderbar dazu. Also – fahren Sie doch nach Belgien und lesen Sie bei einem kühlen Glas Stella Artois dieses Buch.

© Holger Engelhard


Auf einen Blick:
Nadine Monfils
: Magritte & Georgette machen Ferien
Ein Belgien Krimi
Aus dem Französischen von Kirsten Gleinig

Julia Eisele Verlags GmbH | 272 Seiten | 
ISBN 978-3-96161-284-0
18 Euro


Hinweis: Dieses Buch wurde uns vom Verlag als Rezensions-Exemplar kostenfrei zur Verfügung gestellt.