Rona ist Schriftstellerin, arbeitet an ihrem Debutroman und träumt davon, eine prestigeträchtige Autorin zu werden. Seit der Geburt ihres Sohnes jedoch fühlt sie sich überfordert, sie kann nichts Literarisches lesen, ans Schreiben ist gar nicht erst zu denken. Zu ihrer großen Überraschung beginnt sie, Romance-Bücher zu lesen und auch zu schreiben. Sie nimmt anonym an einem Romance-Schreib-Wettbewerb teil, ein Verlag wird auf die Geschichte aufmerksam und das Buch kommt groß raus. Ihrem Mann Gidi erzählt sie davon nichts, wartet dieser doch auf einen großen literarischen Wurf. Sie verheimlicht ihm ihre neue Leidenschaft, ihre neue Karriere.
Ein Roman, der mir am Anfang unglaubliche Schwierigkeiten bereitet hat – Diskussionen über israelische Politik und Geschichte, über links versus rechts. Ich konnte mich in die Sprache und die Ironie der Dialoge schwer einlesen. Doch ich wollte nicht aufgeben, es ließ mir keine Ruhe – lese ich doch selber so gerne Romance und bekomme oft das Gefühl „uah, wieso les ich denn keine richtige Literatur…“. Und überhaupt: warum habe ich mir eigentlich im Urlaub extra einen Umschlag gekauft, damit in der S-Bahn keiner meine rosa Buchcovers entdeckt?
© Judith WeißengruberWieso werten wir Liebesgeschichten so oft als Schund ab, und wer entscheidet denn eigentlich, ob ein Buch, eine Geschichte gut oder schlecht ist? Warum stellen wir uns immer wieder die Frage: ist diese Buch nun hohe literarische Kunst oder doch nur Trashroman? Und warum ist das so wichtig, zählt nicht am Ende bloß die Freude am Lesen?
Wen diese Fragen auch so beschäftigen wie mich, sollte das Buch auf jeden Fall lesen. Es ist eine Geschichte über Geheimnisse, über Guten versus Schlechten Geschmack. Und vor allem geht es um unser Recht auf Veränderung gegenüber Menschen, die wir lieben. Wie sehr sich ein Partner verändern kann, ohne dass die Liebe auseinanderbricht.
© Judith WeißengruberAuf einen Blick:
Noah Yedlin: Das falsche Buch
Kein & Aber | 544 Seiten | ISBN: 978-3-036950-64-8 | 26 Euro
Hinweis: Dieses Buch wurde uns freundlicherweise durch den Kein & Aber Verlag als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt.
