Geschrieben von Tanja Gernet
-

Über den Mut, sein Leben zu leben: Wirf einen Schatten von Elena Fischer
Lang erseht und endlich da: Der neue Roman von Elena Fischer. Ganz leise, ruhig und fast anmutig schön erzählt Fischer die Geschichte von Joseph – einem einfachen Bauern mit einem kargen Leben in den sechziger Jahren, der von Frau und Sohn verlassen wird und plötzlich ganz alleine ist. Mit sich selbst, mit der Stille auf…
-

Angst vor Männern – Über den Alltag von Frauen
Kürzlich stach mir in der Buchhandlung eine Reihe von Büchern eines mir bislang unbekannten Verlages ins Auge: Wasser Publishing. Wunderschön gestaltete Cover mit verschiedenen Essays ausschließlich von Frauen. Der Essay von Nicole List – Angst vor Männern – wanderte direkt in meinen Einkaufskorb. „Ich habe nicht aufgehört, an die Liebe zu glauben – ich habe…
-

Unterwasserblau von Petra Hucke: Stille Oberfläche und emotionaler Abgrund
Ein ganz besonderes Highlight gab es für mich schon im Vorfeld dieser Lektüre des neuen Romans von Petra Hucke: Auf der Buchmesse hatte ich die Gelegenheit, die Autorin persönlich am Stand des Eisele Verlags zu treffen. Diese Begegnung hat meine Neugier auf den Roman geweckt. Ich hatte ihn daher, als gemeinsame Lektüre für unseren Lesekreis…
-

Ferdinand von Schirachs Kinderbuch zur Frage: Wie können wir gut miteinander leben?
Ferdinand von Schirach hat sein erstes Kinderbuch geschrieben: „Alexander“ . Ich war zuerst skeptisch und wurde dann aber auf eine ganz besondere Weise überrascht: Es ist ein Buch, das weit über eine einfache Kindergeschichte hinausgeht. Ich habe es meiner Tochter zum 11. Geburtstag geschenkt, und wir haben es gemeinsam an zwei Abenden gelesen. In einer klaren,…
-

Bilder im Kopf oder vom Drehbuch zum Roman – ein Gespräch mit Carolin Otto
Carolin Otto kommt eigentlich vom Film. Als Drehbuchautorin und Filmemacherin (u.a. Der Weiße Rabe – Max Mannheimer) hat sie über 30 Jahre in Bildern erzählt, bevor sie im vergangenen Jahr mit Berchtesgaden ihren ersten Roman im Lübbe-Verlag vorlegte. Dieser erzählt von den letzten Kriegstagen im Mai 1945 in Berchtesgaden und beleuchtet wie durch ein Brennglas das…
-

Lars Eidinger liest Brechts Hauspostille – vom Glück des Augenblicks
Manche Abende bleiben für immer. Nicht nur als schöne Erinnerung, sondern als Erfahrung, von der man lange zehren kann. Der Samstagabend im Prinzregententheater war genau so ein Abend. Ein Geburtstagsgeschenk meines Mannes – und eines, das kaum hätte passender sein können: Lars Eidinger liest, spielt, singt Bertolt Brechts Hauspostille. Wer Lars Eidinger schon einmal live auf…
-

Lyneham von Nils Westerboer – nicht nur für Science-Fiction-Fans
Ich gebe es offen zu: Science-Fiction ist überhaupt nicht mein Genre. Raumschiffe, fremde Planeten, Laserwaffen – hier steige ich in aller Regel aus. Lyneham von Nils Westerboer hätte ich daher wohl nie zur Hand genommen, wäre der Autor nicht ein Freund aus Schulzeiten und ich schon sehr gespannt auf seinen neuen Roman den er mir…
-

Pippi Langstrumpf im Residenztheater – Ein wahrhaft magisches Spektakel für die ganze Familie
Der Schauspieler und Autor Joachim Meyerhoff schrieb einmal in einem seiner autobiographischen Romane sinngemäß, dass eine Rolle in einem Kindertheaterstück für Schauspieler beinahe einer Strafe gleichkomme. Wenn man dieser Aussage Glauben schenken mag, dann kann das, was heute Nachmittag im Residenztheater geschah, definitiv nicht darunterfallen. Denn die Inszenierung des Astrid Lindgren-Klassikers Pippi Langstrumpf war alles andere als…
-

„Liebe Jorinde“ – Mareike Fallwickl über einen neuen Feminismus des Miteinanders
Dieses Buch ist ohne Zweifel eines der wichtigsten gesellschaftspolitischen, sozialpolitischen und feministischen Werke, das ich in letzter Zeit gelesen – und gehört – habe. Liebe Jorinde von Mareike Fallwickl – ein Brief, ein Aufruf, ein Manifest für einen Feminismus des Miteinanders. Erschienen im Kjona Verlag, einem kleinen, feinen und unabhängigen Verlag, der wunderbar kluge Bücher…
-

Der neue Roman von Susanne Abel – Heimkinder, Traumata und die Nachkriegszeit
Der Autorin Susanne Abel gelingt mit „Du musst meine Hand festhalten, Kind Nummer 104“ ein Roman, der sich tief bei mir eingegraben hat. Hardy und Margret (Kind Nr. 104 und Kind Nr. 87) verlieren im Zweiten Weltkrieg ihre Familien und wachsen in einem Kinderheim unter Nonnen auf. Das Heim geprägt ist von Grausamkeit, Misshandlung und…
