„Gelbe Monster“

Ich fand das Buch „Gelbe Monster“ von Clara Leinemann echt gut und spannend zu lesen. Es geht um Charlie, die nach einem Streit mit ihrem Exfreund an einem Antiaggressionstraining für Frauen teilnehmen muss. Gleichzeitig kann sie nicht mehr in ihre eigene Wohnung zurück, und deshalb lebt sie bei ihrer Freundin Ella. Am Anfang denkt Charlie, ihr Exfreund sei an allem schuld, und sie selbst habe nichts falsch gemacht. Doch erst nach und nach, beginnt sie, ihr eigene Verhalten und die Beziehung anders zu sehen.

Besonders interessant fand ich es, mal die „andere Seite“ zu sehen. Normalerweise liest man das ja eigentlich immer anders, also das die Frauen die Opfer sind, doch hier wird genau das Gegenteil gezeigt. Während des Lesens dachte ich mir die ganze Zeit, dass diese Beziehung doch so unfassbar toxisch und kompliziert ist, warum die denn immer noch zusammen sind. Aber genau das hat das Buch auch spannend gemacht, weil man weiterlesen wollte, um zu wissen, wie alles weitergeht und ob Charlie irgendwann wirklich versteht, was passiert ist. Im Buch wurden die Gefühle von Charlie sehr gut rübergebracht, und gut veranschaulicht. Man merkt, wie sehr sie mit Wut, Scham und ihren eigenen Problemen kämpft.

Der Schreibstil war angenehm zu lesen und ich war ziemlich schnell drin, obwohl ich mir zwischendurch oft gedacht habe, wo das jetzt hinführt. Trotzdem hat mich das Buch zum Nachdenken gebracht, weil es sehr gut zeigt, wie schwer es sein kann, sich aus einer Beziehung zu lösen, auch wenn man merkt, dass es einem nicht guttut.

Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen und ich würde es auf jeden Fall weiterempfehlen, weil es ein Thema behandelt, das man nicht so oft liest und trotzdem wichtig ist. Es war mal etwas anderes und definitiv kein Buch, das man direkt wieder vergisst.

Frida, 15 Jahre

Clara Leinemann: Gelbe Monster
Suhrkamp 2026 | 129 Seiten | ISBN: 978-3-518-43300-3
22 Euro